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Klosterstadt verspricht 40 Arbeitsplätze

November 4th, 2008 · 1 Kommentar

SPESSART. Entsteht in der Verbandsgemeinde Brohltal ein weiteres touristisches Highlight mit Bedeutung weit über die Region hinaus? Ja, wenn sich die Pläne des Vereins “Karolingische Klosterstadt realisieren lassen. Der plant in Deutschland eine karolingische Klosteranlage im Rahmen der experimentellen Archäologie nach dem berühmten Klosterplan von St. Gallen aus dem Jahre 816/817 über einen Zeitraum von 30 Jahren nachzubauen. Das heißt, gebaut wird mit den Arbeitsmitteln und Techniken, die im Mittelalter zur Verfügung standen.

Bereits im Frühjahr 2007 hatte der Kreis Ahrweiler für das Vorhaben unter anderem einen Standort in der Gemarkung Spessart, oberhalb von Hannebach, vorgeschlagen. Nachdem die Standortsuche des Vereins abgeschlossen ist, gilt das dortige Gelände als ein Favorit.

„Derzeit wird die Möglichkeit der Realisierung im behördlichen Verfahren geprüft“, so Bürgermeister Johannes Bell. „Als Grundlage hat der Verbandsgemeinderat bereits im Frühjahr ein faunistisches Gutachten in Auftrag gegeben. Neben den Belangen der Landespflege sind insbesondere Aspekte der Verkehrsführung und der Landwirtschaft zu berücksichtigen“, so Bell.

Für das Vorhaben werden 20 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche benötigt, die im Eigentum der Ortsgemeinde Spessart stehen und an Landwirte verpachtet sind. In Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Fachbehörden müssen nunmehr Kompensationsmöglichkeiten erarbeitet werden.

Eine weitere Schwierigkeit stellt derzeit die Finanzierung dar. Sowohl das Wirtschaftsministerium in Mainz als auch der Landkreis Ahrweiler und die Verbandsgemeinde stehen grundsätzlich hinter der Idee des Vorhabens. Allerdings bleibt bei höchstmöglicher Bezuschussung ein nicht unerheblicher Eigenanteil übrig, der gedeckt werden muss. Diese Restmittel können von dem Verein “Karolingische Klosterstadt“, der gemeinnützig tätig ist, derzeit nicht aufgebracht werden. Und so sind der Verein und die Verbandsgemeinde auf der Suche nach Sponsoren und Spenden, die den Eigenanteil absichern. Definitive Zusagen für Zuschussmittel gibt es allerdings erst dann, wenn die Finanzierung der Gesamtinvestitionen solide nachgewiesen werden kann.

Dass es funktionieren kann, zeigt ein ehrgeiziges Vorhaben in Guédelon im französischen Burgund. Dort erstellt ein gemeinnütziger Verein mit den Mitteln und Arbeitsmethoden des 13. Jahrhunderts eine Ritterburg. Die Bauzeit beträgt ca. 27 Jahre.

Obwohl die Baustelle 185 Kilometer von Paris im Nordwesten Burgunds in einem bevölkerungsarmen Gebiet liegt, besuchten das 1997 begonnene Projekt alleine im Jahre 2005 rund 250.000 Besucher. Dadurch werden die laufenden Ausgaben der Maßnahme ausschließlich durch Eintrittsgelder finanziert. Von den Einnahmen werden Baumaterialien und die rund 50 Angestellten bezahlt. Die mittelalterliche Festung ist zu einem der größten Arbeitgeber in der strukturschwachen Region geworden.

Bert Geurten, Vorsitzender des Vereins, ist fest davon überzeugt, dass der Klosterbau im Brohltal die gleichen Effekte erzielen wird, wie der Burgenbau in Guédelon, d. h. stetig steigende Besucherzahlen, ca. 40 Mitarbeiter sowie ein internationales Medieninteresse, wodurch auch überregional Werbung für die Anlage betrieben wird.

„Ich hoffe, wir können gemeinsam die aktuellen Probleme lösen, denn diese einmalige Chance für die gesamte Region dürfen wir nicht leichtfertig verspielen“, so Bürgermeister Bell.

Quelle: Pressemitteilung der Verbandsgemeindeverwaltung Brohltal

Tags: Kultur · VG Bad Breisig · Wirtschaft

1 Antwort bis jetzt ↓

  • 1 Thorsten Seifert // Jun 28, 2009 at 22:47

    Interesantes Projekt, vor allem für eine gelernten Goldschmied und Darsteller der Zeit 800 - 820 im Raum Seligenstadt

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